Bienenpflanzen

Bienenfreundliches Gärtnern

Dass es ohne Bienen nicht geht, ist mittlerweile jedem bewusst. Bienen leisten eine erstaunliche Arbeit bei der Bestäubung unserer Kulturpflanzen. Sie bestäuben z.B. Raps, Kräuter, Erdbeeren, Kaffee und fast alle Obstarten. Ihre Bestäubungsleistung wird allein für Deutschland auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Dadurch gilt die Honigbiene als eines der wichtigsten Nutztiere. Jedoch ist die Honigbiene nur eine von vielen Bienenarten. Im Weiteren werden bereits auch andere Bienenarten für die Bestäubung von Nutzpflanzen verwendet. Der Einsatz von Hummeln für die Bestäubung von Tomaten, Paprika oder Erdbeeren in Gewächshäusern, aber auch für Freilandobstgehölze hat sich als deutlich effektiver (ertragreicher) herausgestellt. In Deutschland gibt es etwa 560 verschiedene Arten, davon rund 40 Hummelarten. Mehr als die Hälfte davon ist bestandsgefährdet. Im Übrigen leben rund drei Viertel aller Bienenarten solitär und nur ca. 10% sind staatenbildend.

Schutz und Förderung von Wildbienen

Warum soll ich Wildbienen schützen?

Wildbienenschutz dient auch immer der Honigbiene, umgekehrt jedoch nicht immer!

Wildbienen sind ökologisch bedeutsamer und sie bestäuben viel effizienter als die Honigbienen. Da die Wildbienen zum Teil sehr spezialisiert auf bestimmte Pflanzenarten sind und auch nur wenige hundert Meter weit fliegen, sind sie auf artenreiche Landschaften angewiesen. Circa ein Drittel der Wildbienen sind oligolektisch („sammelspezialisiert“), das heißt sie sammeln Pollen für die Aufzucht ihrer Nachkommen von nur einer Pflanzenart, wie z.B. die Natterkopf-Mauerbiene, die nur am Natterkopf (Echium) Pollen sammelt. Fehlt die Pflanze so verschwindet die Natterkopf-Mauerbiene aus dem Habitat.

Wodurch sind Wildbienen gefährdet?

  • Herbizide (fehlende blühende Wildkräuter)
  • Insektizide (Neonicotinoide-Nervengift)
  • Großflächige Mäharbeiten (auf einen Schlag Nahrung weg)
  • Monokulturen (sehr geringer Artenreichtum, mit kurzer Blühdauer)
  • Fehlende Nistplätze (Totholz, offener Boden)
  • Aber auch durch Honigbienen (polylektischer Nahrungskonkurrent, vor allem bei plötzlich umgesetzten Bienenstöcken)

Die ausgeräumte und versiegelte Landschaft ist ein weiterer starker Faktor für den Rückgang der Wildbienen. Etwa drei Viertel aller Wildbienen nisten im Boden! Bevorzugt werden dabei trockene sandige oder lehmige offene Böden mit wenig Bewuchs, Erdspalten, Trockenmauern, Steinhaufen, Böschungen oder kleine Steilhänge. Das Aufstellen von Insektenhotels nützt also nur jeder vierten Wildbiene, jedoch auch nur dann, wenn es genügend Nahrungspflanzen in der näheren Umgebung gibt (Flugweite nur wenige hundert Meter) und die Nisthilfen artgerecht aufgebaut und aufgestellt werden. Völlig absurd ist, dass unsere Bienen im Hochsommer (Juli, August, September) vor allem auf dem Land kaum noch Nahrung finden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft fehlen ihnen wichtige Wildkräuter, die in diesem Zeitraum blühen! Anders als die Honigbienen legen solitärlebende Wildbienen auch keine Nahrungsvorräte an und sind demnach stärker auf ein regelmäßiges Blütenangebot angewiesen.

Wie können Wildbienen geschützt und gefördert werden?

  • Ruderalflächen, unversiegelte offene Bodenstellen als Nistplätze schaffen
  • Insektennisthilfen, hierbei auf die richtigen Bedürfnisse achten (sonnig, vor Regen geschützt, verschiedene Löchergrößen)
  • Ackerblühstreifen mit mehrjährigem, regionalem Artenreichtum
  • Unkraut (=Wildkraut) für heimische Insekten stehen lassen
  • Gartenecken „unaufgeräumt“ belassen, mit Totholz, Steinen und Unkräutern!
  • Totholz, morsche Balken, Steinhaufen als Nisthilfe
  • markhaltige Pflanzenstengel oder dürre Zweige von z.B. Holunder, Beerensträuchern nicht abschneiden, sie dienen den Wildbienen als Nistplatz
  • heimische Zierpflanzen mit ungefüllten Blüten anbauen
  • Blütenreichtum über die ganze Saison sicherstellen (Hummelkönigin fliegt bereits ab 2°C)
  • Keine gezüchteten Honigbienen im oder um Naturschutzgebiete (fliegen mehrere Kilometer)
  • Wildstrauchhecken anlegen
  • Kräuterrasen statt Englischem Rasen anlegen
  • Biolebensmittel kaufen, da ökologische Landwirtschaft die Umwelt schont
  • Keine Insektizide in Haus und Garten verwenden

Stechen die Wildbienen denn nicht?

Auch Wildbienen haben einen Stachel, aber sie stechen fast nie und das hängt mit ihrer Lebensweise zusammen. Etwa 75% aller Wildbienen sind Solitärbienen und damit quasi Einzelköniginnen. Das heißt sie leben und kümmern sich allein um ihren Nachwuchs. Eine Verteidigung gegen Nesträuber hat ohnehin nur sehr geringe Erfolgschancen, als dass die Wildbiene dafür ihr Leben (und ihre Gene) riskieren würde. Sie gibt das Nest auf und baut ein neues.

Anders ist es bei den staatenbildenden Bienen (nur 10%). Sie bauen nur ein einziges Nest, welches außerdem noch viel attraktiver (beutereicher) ist für einen Räuber. Ebenso hat ein Angriff durch mehrere Bienen größeren Erfolg und die Königin muss sich nicht selbst in Lebensgefahr begeben.

Welche Pflanzen kann ich rund ums Jahr anpflanzen?

Bitte beachtet: GEFÜLLTE SORTEN SIND FÜR BIENEN WERTLOS!

🐝🐝🐝Wir sind BEEDABEI und DU? Wir bieten auch die beliebten gelben Futterstellen an, bepflanzt oder unbepflanzt.🐝🐝🐝

Blumenbeet und Balkon:

Frühblüher

  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Lenzanemonen (Anemone coronaria)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Goldmarie/Zweizahn (Bidens)
  • Frühlings­krokus (Crocus vernus)
  • Winterling (Eranthis)
  • Schneerosen (Helleborus Sorte)
  • Schlüsselblume (Primula)
  • Studentenblume (Tagetes)
  • Puschkinie/ Kegelblume (Puschkinia)
  • Lungenkraut (Pulmonaria)
  • Blaustern (Scilla)

Sommer und Herbst

  • Akelei (Aquilegia)
  • Astern
  • Lauch (Allium)
  • Löwenmäulchen (Antirrhinum)
  • Herbstanemone (Anemone hupehensis)
  • Zweizahn (Bidens)
  • Zwerg-Schmetterlingsstrauch (Buddleia)
  • Bartblume (Caryopteris x clandonensis)
  • Flockenblume (Centaurea spec.)
  • Glockenblume (Campanula spec.)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Margerite (Chrysanthemum)
  • Natterkopf (Echium)
  • Winterheide (Erica carnea)
  • Kugeldistel (Echinops)
  • Wasserdost (Eupatorium)
  • Goldlack (Erysimum cheiri)
  • Kokardenblume (Gaillardia)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Christrose/ Nieswurz (Helleborus niger)
  • Sonnenbraut (Helenium autumnale)
  • Sonnenblume (Helianthus annuus)
  • Vanilleblume (Heliotropum arborescens)
  • Sonnen-Lieschen (Impatiens ungefüllt)
  • Taubnessel (Lamium)
  • Wandelröschen (Lantana camara)
  • Männertreu (Lobelia erinus)
  • Steinkraut (Lobularia maritima)
  • Lupine (Lupinus)
  • Wilde Malve (Malva sylvestris)
  • Katzenminze (Nepeta cataria)
  • ungefüllte Dahlien- und Zinniensorten
  • Blaue Himmelsleiter (Polemonium caeruleum)
  • Ballonblume (Platycodon grandiflorus)
  • Sonnenhutarten (Rudbeckia und Echinacea)
  • Fächerblume (Scaevola aemula)
  • Skabiose (Scabiosa)
  • Mauerpfeffer (Sedum)
  • Fette Henne (Sedum telephium)
  • Becherpflanze (Silphium perfoliatum)
  • Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum)
  • Verbene (Verbena)
  • Kräuter wie Basilikum, Lavendel, Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Borretsch, Koriander, Minze uvm.

Hier ein Beispiel für einen bepflanzten BEEDABEI-Balkonkasten mit Kräutern.

 Bäume und Sträucher:

  • Feldahorn (Acer campestre)
  • Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Rosskastanie (Aesculus spec.)
  • Felsenbirne (Amelanchier)
  • Zwerg-Schmetterlingsstrauch (Buddleia)
  • Edelkastanie (Castanea sativa)
  • Hasel (Corylus)
  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Weißdorn (Crataegus)
  • Quitte (Chaenomeles)
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
  • Ginster (Genista und Cytisus)
  • Faulbaum (Frangula alnus Mill.)
  • Zierapfel (Malus)
  • Schlehe/Schwarzdorn (Prunus spinosa)
  • Fingerstrauch (Potentilla)
  • Wilder Wein (Parthenocissus spec)
  • Kirsche (Prunus)
  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Brombeere (Rubus)
  • Johannisbeere (Ribes)
  • ungefüllte Kletterrosen
  • Weidenarten (Salix)
  • Weide (Salix caprea)
  • Flieder (Syringa)
  • Obstgehölze
  • Spiere (Spirea)
  • Holunder (Sambucus)
  • Bienenbaum (Tetradium danielli)
  • Weigelie (Weigela)

 Wiesen, Weiden, Wegränder:

  • Schafgarbe (Achillea)
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
  • Zaunrübe (Bryonia)
  • Kornblume (Centaurea cyanus)
  • Wegwarte (Cichorium)
  • Natterkopf (Echium)
  • Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
  • Margeriten (Leucanthemum)
  • Platterbse (Lathyrus)
  • Lilie (Lilium spec.)
  • Hornklee (Lotus)
  • Steinklee (Melilotus officinalis)
  • Kamille (Matricaria)
  • Rainfarnblättriges Büschelschön (Phacelia tanacetifolia)
  • Resede (Reseda)
  • Goldrute (Solidago)
  • Ziest (Stachys)
  • Löwenzahn (Taraxacum sectio ruderale)
  • Rainfarn (Tanacetum)
  • Klee (Trifolium hybridum)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Wicke (Vicia)
  • Disteln

 

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